Panorama

Stück für Bühne, Videoprojektion und Musik
Video, Szene und Regie Jürgen Palmer
Musik Filippo Perocco

Besetzung und Stab

Livia Rado, Sopran

Mitglieder des oenm (österreichisches ensemble für neue musik)
Michael Krenn, Saxophon / Yevgenij Kobyakov, Akkordeon / Johannes Eder, Schlagwerk / Gereon Kleiner, Klavier / Anna Lindenbaum, Violine / Sebastién Ludmány, Violoncello

Leitung Juan García Rodríguez

Darsteller
Mädchen – Nora Sigl
Mann - Tobias Ofenbauer
Double der Sängerin – Regina Kluba
4 Männer - Paul Frank, Joseph Kreil, Ludwig Mayer, Raimund Preiss

Assintenz Marion Nieto
Dramaturgie Thierry Bruehl

Im Rahmen von
Tascheopernfestival Salzburg 2013 / "endlich Opfer" (ausgehend von einem Pressefoto) / mit insgesamt fünf Stücken von Cio D’Or & Thierry Bruehl, Natalia Gaviola & Hans-Peter Jahn, Hüseyin Evirgen & Thierry Bruehl, Brigitta Muntendorf & Thierry Bruehl, Filippo Perocco & Jürgen Palmer

Premiere 20. September
Weitere Aufführungen 21., 25. und 26. September sowie 9. und 10. Oktober

Veranstalter: Klang 21
Veranstaltungsort: ARGEKultur Salzburg

Synopsis

Das Stück nimmt die vorab an alle ausgegebene Fotografie vom Strand mit den durch Handtücher bedeckten Körpern und dem Paar im Hintergrund scheinbar unhinterfragt als Startbild für ein bewegtes Panorama, das – fadenscheinig und offenkundig künstlich wie beim Puppentheater – wie von Faden-Spindeln durch eine gerahmte Videoleinwand gezogen wird. Vor diesem Bilderrahmen, in dem sich wie selbstverständlich tragikomische Peinlichkeiten an gewalthaltige Selbstinszenierungen, individueller Exhibitionismus an Massenwahn und Voyeurismus an unverfängliche, von Blicken noch nicht zerkratzte Natürlichkeit reihen – befinden sich, gleichsam als partielle Verräumlichung des Videobildes, wenige Figuren – teils als Tableau vivant, teils in Aktion.

Die Frau: Bänkelsängerin? Beschädigte Marktfrau? Seherin? Oder von den Bildern Heimgesuchte?

Das Kind: Noch unberührt und ohne die geringste Ahnung davon, was sich im wahrsten Sinne hinter seinem Rücken abbildet?

Der Mann: In seiner kühlen Korrektheit mephistophelischer Lenker oder nur gelackter Angestellter eines übergeordneten, folgerichtigen Systems?

Die zweite Frau: Wiedergängerin? Spiegelbild?

Die Weiteren: Antiker Chor? Tote oder Untote? Passanten oder Händler? Gaffer oder Jury?

Wenn zum Ende das Panorama gänzlich durchgezogen ist, könnten sich Variationen davon endlos fortsetzen – jetzt mit erweitertem Personal. Oder aber tabula rasa. Alles eine Frage des Standpunktes: Von den immer gleichen Kreisbahnen des Karussells aus gesehen, variiert das nur scheinbar bewegte Panorama der Umstehenden.
Zwischen wohligem Schwindel und Sich-Erbrechen oder schwarzer Ohnmacht ist es bisweilen nicht weit.

[JP]